
Innenstrukturierte Kühlplatten
Flüssigkeitskühlkörper mit gefrästen oder eingesetzten Kanal- oder Pinstrukturen. (...)
Steigende Leistungsdichte macht die Wärmeabfuhr zum entscheidenden Faktor. Dieser Leitfaden zeigt, wann Luftkühlung ausreicht, wann eine Flüssigkeitskühlung nötig wird und wie Sie die passende Kühllösung für Ihre Leistungselektronik auslegen.
Überall dort, wo elektrische Energie in Wärme umgewandelt wird, muss diese zuverlässig abgeführt werden. Die Betriebstemperatur hat dabei direkten Einfluss auf die Lebensdauer: Als Faustregel halbiert bereits ein Anstieg um 10 Kelvin die zu erwartende Lebensdauer eines Bauteils.
Moderne Systeme mit hoher Leistungsdichte stoßen mit natürlicher Konvektion schnell an ihre Grenzen. Bleibt die Wärme im Bauteil, sinken Leistung und Zuverlässigkeit, im Extremfall fällt das System aus. Eine passend ausgelegte Elektronikkühlung hält die Sperrschichttemperatur sicher unter dem Grenzwert.
Elektronikkühlung bezeichnet die gezielte Abfuhr der Verlustleistung elektronischer Bauteile an ein Kühlmedium, damit die Sperrschichttemperatur unter dem zulässigen Grenzwert bleibt. Je nach Verlustleistung und Bauraum kommen Luftkühlkörper oder Flüssigkeitskühler zum Einsatz.
Welche Kühltechnik passt, hängt vor allem von Verlustleistung, Leistungsdichte und Bauraum ab. Die folgende Einordnung hilft bei der ersten Entscheidung.
Luftkühlung eignet sich, wenn
Flüssigkeitskühlung lohnt sich, wenn
Passive Luftkühlung
Kühlkörper geben die Wärme ohne Ventilator über natürliche Konvektion und Abstrahlung ab. Geeignet für geringe bis mittlere Verlustleistungen mit ausreichendem Bauraum.
Erzwungene Luftkühlung
Ventilatoren oder Gebläse führen die Luft aktiv über den Kühlkörper. Das senkt den Wärmewiderstand deutlich und erschließt höhere Verlustleistungen, etwa mit Lamellen- oder Pinfin-Kühlkörpern.
Flüssigkeitskühlung
Kühlplatten mit durchströmten Kanälen transportieren die Wärme wesentlich effektiver als Luft. Die erste Wahl bei hoher Leistungsdichte, engem Bauraum und niedrigem Ziel-Wärmewiderstand.
Leistungshalbleiter wie IGBT, MOSFET oder SiC-Bauteile erzeugen hohe Verlustleistungen auf sehr kleiner Fläche. Damit die Sperrschichttemperatur im sicheren Bereich bleibt, muss der gesamte Wärmewiderstand von der Sperrschicht bis zum Kühlmedium klein genug sein. Bei hohen Verlustleistungen führt daran meist kein Weg an einer Flüssigkeitskühlung vorbei.
Beispiel aus der Praxis
Ein IGBT mit 2000 W Verlustleistung auf 0,03 m², maximal 70 °C Bauteiltemperatur und 20 °C Umgebung ergibt einen erforderlichen Wärmewiderstand von rund 0,025 K/W. Dieser Wert ist mit Luftkühlung nicht mehr erreichbar. Hier ist eine Flüssigkeitskühlung mit Kühlplatte erforderlich.
Mit wenigen Kenngrößen lässt sich die passende Kühlung abschätzen. Unsere kostenlosen Rechner führen durch die wichtigsten Schritte.
Ihre Leistungselektronik braucht eine passende Kühlung?
Unsere Thermoexperten legen die Kühllösung auf Ihre Verlustleistung, Ihren Bauraum und Ihr Kühlmedium aus.
Je nach Anwendung gelten unterschiedliche Anforderungen an Kühlleistung, Bauraum und Werkstoffe. Ein Auszug typischer Einsatzfelder:
Von der ersten Abschätzung bis zum fertigen Kühler: Unsere Ingenieure legen Luft- und Flüssigkeitskühler passend zu Ihrer Anwendung aus.
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