Wärmeleitfähigkeit von Metallen und Kühlwerkstoffen: Werte, Tabelle und Formel

Die Wärmeleitfähigkeit λ entscheidet, wie gut ein Werkstoff Wärme abführt. Diese Übersicht liefert Definition, Formel und eine Tabelle mit λ-Werten für die Kühltechnik.

Was ist Wärmeleitfähigkeit? Definition

Die Wärmeleitfähigkeit gibt an, wie gut ein Material Wärme leitet. Ihr Formelzeichen ist λ (Lambda), die Einheit Watt pro Meter und Kelvin, W/(m·K). Ein hoher λ-Wert steht für guten Wärmetransport, etwa Kupfer mit rund 400 W/(m·K). Ein niedriger Wert steht für gute Dämmung, etwa Luft mit etwa 0,026 W/(m·K).

  • Formelzeichen: λ (Lambda). Übliche Synonyme sind Wärmeleitzahl und Wärmeleitkoeffizient.
  • Einheit: W/(m·K), also der Wärmestrom durch 1 m Materialdicke bei 1 K Temperaturunterschied.
  • Faustregel: hoher λ-Wert bedeutet guter Wärmeleiter (Metalle), niedriger λ-Wert bedeutet guter Dämmstoff (Luft, Schaum).
  • Abgrenzung: λ ist eine Materialkonstante. Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) und Wärmewiderstand hängen zusätzlich von Geometrie und Dicke ab.

Wärmeleitfähigkeit berechnen: Formel und Rechenbeispiel

Die Wärmeleitfähigkeit folgt aus dem Fourierschen Gesetz. Aus einem gemessenen Wärmestrom lässt sich λ so bestimmen:

λ = (Q̇ · d) / (A · ΔT)
  • Q̇: Wärmestrom [W]
  • d: Dicke des Materials [m]
  • A: durchströmte Fläche [m²]
  • ΔT: Temperaturdifferenz [K]

Beispiel: Eine 10 mm dicke Aluminiumplatte (λ = 200 W/(m·K)) mit 0,01 m² Fläche bei 5 K Differenz überträgt Q̇ = λ · A · ΔT / d = 200 · 0,01 · 5 / 0,01 = 1000 W.

Der Wärmewiderstand einer Schicht ergibt sich daraus zu R_th = d / (λ · A) in K/W. Anders als λ hängen R_th und der U-Wert zusätzlich von Geometrie und Dicke ab.

Wärmeleitfähigkeit-Tabelle: Werte wichtiger Werkstoffe

Die Tabelle listet typische λ-Werte bei rund 20 °C, absteigend sortiert und auf Metalle und Kühlwerkstoffe fokussiert. Report-Werte und allgemeine Physik-Konstanten sind gekennzeichnet.

Material Wärmeleitfähigkeit λ (W/(m·K)) Bedeutung für die Kühlung
Silber ~429 Höchste Leitfähigkeit aller Metalle, für die Serie zu teuer und daher nur Referenzwert.
Kupfer (rein) ~400 (398-401) Bester praktisch nutzbarer Wärmeleiter, ideal für Hotspots, Kupfer-Inlays und Wärmespreizer. Schwer und teuer.
Hochleitfähige Kupferlegierungen (z. B. CuCrZr, CuAg) 305-394 Nur wenig unter Reinkupfer, gefragt wo hohe Leitung und höhere Festigkeit zusammenkommen.
Aluminium (rein) ~235 Sehr guter Leiter bei geringem Gewicht, Basis der meisten Kühlkörper.
Aluminium-Legierungen (Kühlkörper) 125-210 (typ. 150-200) Standardwerkstoff für Kühlkörper und Cold Plates: leicht, günstig, strangpress- und zerspanbar.
Graphit 130-160 techn. (bis 2000 in Schichtebene) Anisotrop und leicht, hohe Leitung in der Schichtebene zur Wärmespreizung.
Sinterkeramik (AlN, BN) 100-200 Leitet Wärme und isoliert zugleich elektrisch, ideal nahe empfindlicher Schaltungen. SiC ist dagegen ein Halbleiter.
Messing ~110 (ca. 80-120) Mittlere Leitfähigkeit, eher für Anschlüsse und Fittings. Stark legierungsabhängig.
Stahl (unlegiert) ~50 Deutlich schlechter Leiter, strukturell statt thermisch eingesetzt.
Kupfer-Nickel (CuNi) ~20-50 Deutlich niedrigere Leitfähigkeit als Reinkupfer, wegen der Korrosionsbeständigkeit für Rohre und korrosive Kühlmedien gewählt.
Edelstahl (V2A/V4A, austenitisch) ~15-16 Schlechter Wärmeleiter, aber sehr korrosionsbeständig, für Kanäle und Rohre in Kombination mit einem Alu-Grundkörper.
Wärmeleitpaste/-pad (TIM) ~1-12 Füllt Mikrospalte an Kontaktflächen und senkt den Übergangswiderstand. Produktabhängig, Herstellerwert prüfen.
Wasser (Kühlmedium) ~0,6 Transportiert Wärme über Konvektion, nicht über Leitung. Referenz für die Flüssigkeitskühlung.
Luft ~0,026 Sehr schlechter Leiter, deshalb muss Wärme aktiv abgeführt werden.

Wärmeleitfähigkeit von Kupfer (ca. 400 W/(m·K))

  • Reinkupfer leitet mit rund 398 bis 401 W/(m·K) und ist nach Silber der beste praktisch nutzbare Wärmeleiter.
  • COOLTEC setzt Kupfer gezielt als Inlay und Wärmespreizer ein, um Hotspots zu entschärfen.
  • Nachteile sind das hohe Gewicht und der Materialpreis, deshalb kommt Kupfer meist punktuell statt flächig zum Einsatz.
Kupfer-Kühlkörper im Detail →

Wärmeleitfähigkeit von Aluminium (ca. 235 W/(m·K))

  • Reinaluminium erreicht rund 235 W/(m·K). Kühlkörper-Legierungen liegen je nach Legierung bei 125 bis 210 W/(m·K), typisch 150 bis 200.
  • Aluminium ist der Standardwerkstoff für Kühlkörper und Cold Plates: leicht, günstig, strangpressbar und gut zerspanbar.
  • Eloxieren schützt die Oberfläche vor Korrosion, ohne die Wärmeleitung nennenswert zu mindern.
Aluminium-Kühlkörper im Detail →

Kupfer oder Aluminium? Materialvergleich für Kühlkörper

Beide Werkstoffe dominieren den Kühlkörperbau. Die Tabelle stellt die entscheidenden Eigenschaften gegenüber.

Kriterium Kupfer Aluminium
Wärmeleitfähigkeit ~400 W/(m·K) ~200 W/(m·K)
Gewicht hoch (dichtes Material) gering
Materialpreis höher günstiger
Korrosion beständig, oxidiert langsam mit Eloxalschicht sehr beständig
Fertigung aufwendiger zu zerspanen gut zerspan- und strangpressbar

Kupfer gewinnt bei hoher Wärmedichte und knappem Bauraum, Aluminium bei Gewicht und Kosten. COOLTEC kombiniert beides über Kupfer-Inlays im Aluminium-Grundkörper: hohe Leitfähigkeit genau dort, wo die Wärmelast am größten ist.

Edelstahl, Messing und weitere Werkstoffe

Auch schlechte Wärmeleiter haben ihren Platz im Kühlsystem, wenn andere Eigenschaften zählen.

  • Edelstahl (V2A/V4A) leitet mit nur rund 15 bis 16 W/(m·K), ist dafür sehr korrosionsbeständig und eignet sich für medienführende Kanäle und Rohre.
  • In Kombination mit einem Aluminium-Grundkörper vereinen Edelstahl-Kanäle Beständigkeit und Wärmeabfuhr.
  • Messing und Stahl dienen eher als Anschluss- und Strukturwerkstoffe, nicht zur Wärmeabfuhr.
  • Graphit leitet in der Schichtebene bis zu 2000 W/(m·K) und eignet sich zur Wärmespreizung. Sinterkeramiken wie AlN und BN leiten Wärme und isolieren zugleich elektrisch, SiC ist dagegen ein Halbleiter.

Hohe oder niedrige Wärmeleitfähigkeit: was ist besser?

  • Es gibt kein pauschales gut oder schlecht. Der Zielkonflikt lautet Wärme abführen gegen Wärme dämmen.
  • Für Kühlung und Elektronik ist ein hoher λ-Wert erwünscht.
  • Für Dämmung ist ein niedriger λ-Wert gefragt.
  • Bei reinen Metallen sinkt λ mit steigender Temperatur leicht. Bei Gasen und amorphen Stoffen steigt sie, bei kristallinen Keramiken sinkt sie meist.

Die richtige Materialwahl für Ihre Kühlung

In der Praxis entscheidet nicht λ allein, sondern das Zusammenspiel mehrerer Anforderungen.

  • Neben der Wärmeleitfähigkeit zählen Korrosionsbeständigkeit, Gewicht, Kosten und Fertigbarkeit.
  • Wärmeleitmaterialien (TIM) wie Wärmeleitpaste und -pads füllen Mikrospalte an Kontaktflächen und senken den thermischen Übergangswiderstand.
  • COOLTEC fertigt Cold Plates, stranggepresste Aluminium-Kühlkörper und Lösungen mit Kupfer-Inlay und legt sie auf Ihren Anwendungsfall aus.

Weiterführende Rechner und Themen

Häufige Fragen zur Wärmeleitfähigkeit

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