Mobility: Schiene, Straße & Ladetechnik

Mehr Leistungsdichte, weniger Gewicht: gekühlt auf den Millimeter

In Antrieb, Batterie und Ladepunkt entscheidet die Kühlung über Dauerleistung, Lebensdauer und Gewicht, im Fahrzeug wie im Schienenfahrzeug. Wir konstruieren innenstrukturierte Kühlplatten, Mikrokanäle und additiv gefertigte Geometrien und legen sie auf den Fahrzyklus aus, nicht auf den Datenblattpunkt.

Innenstrukturierte Kühlplatten Produktbeispiel 3 | Structureflow
Mehrseitige Bauteilkühlung Produktbeispiel 4 | Multipress
Einseitig eingepresste Rohre Produktbeispiel 6 | Monopress
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Vom Antrieb bis zum Ladepunkt

Im elektrischen Antriebsstrang wird an acht Stellen heiß.

Jede Stelle hat ihr eigenes thermisches Problem: der Inverter Wärmestromdichte, das Batteriepack Homogenität, der Ladepunkt Dauerlast, das Schienenfahrzeug Betriebsdauer und Nachlieferbarkeit über Jahrzehnte. Wir kühlen alle acht, mit derselben Auslegungslogik, aber nicht mit derselben Platte.

  • Traktionsinverter

    SiC-Module setzen ihre Verluste auf wenigen Quadratzentimetern frei.

  • Batteriemodule & Packs

    Die Alterung folgt der heißesten Zelle, nicht dem Mittelwert.

  • E-Motor & Stator

    Verlustwärme direkt an der Wicklung abführen, nicht am Gehäuse.

  • DC/DC-Wandler & OBC

    Hohe Taktfrequenzen in gekapselten, engen Bauräumen.

  • Ladeinfrastruktur & HPC

    Am Ladepunkt zählt Dauerlast, nicht die Spitze im Datenblatt.

  • Leistungshalbleiter SiC/GaN

    Kleine Chipflächen, sehr hohe Wärmestromdichte.

  • Steuergeräte

    Dichte Packages, kaum Luftbewegung, hohe Umgebungstemperatur.

  • Schienenfahrzeuge

    Traktionsstromrichter und Bremswiderstände: hohe Lastspitzen, 30 Jahre Betrieb.

Fahrzyklus statt Datenblattpunkt

Leistungsdichte · Gewicht · Serienreife

Ob Pkw, Nutzfahrzeug, Triebzug oder Ladesäule, jede Kühllösung ist ein Kompromiss aus drei Größen: Wie viel Wärme sie lokal abführt, was sie an Gewicht und Pumpenleistung kostet, und ob sie in Serie prozesssicher herstellbar ist. Wir legen alle drei gemeinsam aus, nicht nacheinander.

  • Leistungsdichte

    Feine Strukturen lokal unter den Hotspots, größere Querschnitte im Zulauf: hoher Wärmeübergang, ohne den Druckverlust über die ganze Platte zu bezahlen.

  • Gewicht & Bauraum

    Kanäle in das tragende Bauteil integriert: ein Bauteil statt einer Baugruppe. Das spart Adapterplatte, Verschraubungen und einen Übergangswiderstand.

  • Serienreife

    Herstellbarkeit und Kosten prüfen wir parallel zur thermischen Auslegung. Von einem Muster bis 100.000 Teilen pro Jahr, Fertigung in Deutschland und Asien über denselben Ansprechpartner, inklusive Nachlieferung über den Fahrzeuglebenszyklus.

Was wir für Schiene, Straße und Ladetechnik liefern

  • Cold Plates : für Traktionsinverter, ausgelegt auf Modulposition und Wärmestromdichte.
  • Batterie-Kühlplatten : für gleichmäßige Zelltemperatur statt für Maximalleistung.
  • Statorkühlung : für Traktions-, Linear- und Torquemotoren.
  • Kühler : für Traktionsstromrichter in Bahnanwendungen mit langen Lastzyklen und Last-Time-Buy.
  • Kühler für Ladeinfrastruktur : Dauerlast am HPC-Ladepunkt und im Ladekabel.
  • Additiv gefertigte Sonderkühler : wenn der Bauraum keine gerade Achse zulässt.
Kühlung für Bahntechnik

Alles aus einer Hand, von der Entwicklung bis zur Serie.

COOLTEC übernimmt dein Thermomanagement komplett: ein Ansprechpartner, ein Prozess, von der ersten Idee bis zur Serienlieferung. Du steigst dort ein, wo du stehst. Entwicklung, Simulation und Konstruktion sind optional.

  1. Optional

    Entwicklung & Simulation

    Wir entwickeln, simulieren und konstruieren deine Kühllösung und testen sie virtuell, bevor wir physisch produzieren.

  2. Herstellbarkeit & Kosten

    Du weißt schon, was du brauchst? Wir prüfen Herstellbarkeit und optimieren dein Design für die Serie.

  3. Muster & Prototypen

    Muster in rund 6-8 Wochen Standardlieferzeit, per Express in 2-4 Wochen, je nach Produkt und Komplexität.

  4. Serienproduktion

    Hochautomatisierte High-Tech-Fertigung in Deutschland, Low-Cost-Serien aus Asien.

  5. Versorgung & Lifecycle

    Rahmenverträge, Lagerhaltung, Last-Time-Buy: Wir sichern deine Versorgung über den gesamten Produktlebenszyklus.

Vorschau: Mobility Thermal Guide: Schiene, Straße und Ladetechnik
Im Guide

Mobility Thermal Guide: Schiene, Straße und Ladetechnik

Kein Produktkatalog, sondern Auslegungswissen: wie man auf den Fahrzyklus rechnet statt auf den Datenblattpunkt, was Mikrokanäle an Druckverlust kosten und warum die Homogenität im Batteriepack über die Lebensdauer entscheidet.

Mit Experten sprechen+49 (0)36781 44 69-0
Sebastian Krüger, Head of Sales und Mobility-Expert
Dein Ansprechpartner

Sebastian Krüger

Head of Sales und Mobility-Expert

Bring deine thermische Herausforderung mit: Verlustleistung, Bauraum, Medium, Umgebungsbedingungen. Sebastian sucht mit dir im ersten Gespräch die richtigen Lösungsansätze und stellt direkt das Team zusammen, das wir dafür brauchen, aus Anwendungstechnik, Produktionstechnik und Thermoengineering. Eine Warteschleife gibt es dabei nicht.

FAQ Mobility

Die Fragen, die uns Entwickler wirklich stellen.

Wie kühlt man einen Traktionsinverter mit SiC-Modulen?

Über die Wärmestromdichte, nicht über die Gesamtleistung: Ein SiC-Modul setzt seine Verluste auf wenigen Quadratzentimetern frei, deshalb entscheidet die Kanalführung direkt unter dem Chip über die Sperrschichttemperatur und nicht die Gesamtfläche der Platte. Wir legen die Platte so aus, dass die höchste Strömungsgeschwindigkeit unter den Hotspots liegt und die Temperaturspreizung zwischen den Modulen klein bleibt, weil ungleiche Modultemperaturen die Stromaufteilung verschieben. Praktisch heißt das: Wir brauchen die Verlustleistung je Modul und ihre Lage im Layout, nicht eine Summenangabe. Grenze: Ohne die thermische Anbindung des Moduls (Paste, Pad oder gelötet, mit Datenblattwert) ist die Rechnung Schätzung; der Übergangswiderstand ist bei SiC oft der größere Anteil als die Platte selbst.

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Wie erreicht man homogene Zelltemperaturen im Batteriepack?

Nicht mit mehr Kühlleistung, sondern mit gleichmäßiger Verteilung: Der Alterungszustand eines Packs folgt der heißesten Zelle, und eine Spreizung von wenigen Kelvin über die Module verschiebt Kapazität und Innenwiderstand messbar. Die Homogenität entsteht über die Kanalführung (parallele Pfade mit gleichem Druckverlust statt einer langen Serpentine, in der das Medium bis zum Ausgang aufheizt) und über die Anbindung an die Zellen, weil ein Luftspalt von wenigen Zehnteln die beste Platte wirkungslos macht. Wir rechnen deshalb die Spreizung über die Fläche mit, nicht nur die mittlere Temperatur. Grenze: Zellkontaktierung, Gap-Filler und Verpressung liegen bei dir; wir legen die Platte auf einen definierten Übergangswiderstand aus und nennen ihn im Angebot.

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Was bringen Mikrokanäle wirklich, und wo ist die Grenze?

Kleine Kanalquerschnitte erhöhen den Wärmeübergangskoeffizienten deutlich, weil die Grenzschicht dünn bleibt: Genau das braucht man unter SiC- und GaN-Bauteilen. Dafür zahlt man mit Druckverlust, und der geht quadratisch mit der Strömungsgeschwindigkeit. Was die Pumpe verbraucht, fehlt am Ende an Reichweite. Sinnvoll ist deshalb eine gestufte Auslegung: feine Strukturen lokal unter den Hotspots, größere Querschnitte im Zulauf und Rücklauf. Zusätzlich steigt mit feinen Kanälen die Empfindlichkeit gegen Partikel im Kreislauf, weshalb Filterkonzept und Kanalquerschnitt zusammen entschieden werden müssen. Grenze: Unter etwa einem Millimeter Kanalbreite wird die Fertigung zum Kostentreiber und die Reinigbarkeit zum Betriebsrisiko. Dann prüfen wir zuerst Turbulatoren oder innenstrukturierte Platten.

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Legt ihr auf den Fahrzyklus aus oder auf den Datenblattpunkt?

Auf den Zyklus. Ein Antrieb sieht Beschleunigung, Konstantfahrt, Rekuperation und Stillstand, und die thermisch kritische Situation ist selten die Volllast, sondern die Wiederholung: Wie oft kommt die Spitze, und wie weit kühlt das System zwischen zwei Spitzen ab. Dafür brauchen wir das Lastprofil über der Zeit, die thermische Masse der Umgebung und die Vorlauftemperatur im ungünstigsten Fall, also Sommer mit voller Nebenverbraucherlast. Aus dem Profil ergibt sich, ob eine kleinere Platte mit Puffer über die thermische Masse ausreicht oder ob die Dauerleistung die Auslegung bestimmt. Grenze: Liegt kein Profil vor, legen wir auf Dauerlast aus. Das ist sicher, aber schwerer und teurer als nötig.

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Wasser-Glykol, Öl oder Dielektrikum: was heißt das für Werkstoff und Dichtheit?

Das Medium entscheidet über Werkstoffpaarung, Dichtungskonzept und Prüfkriterium. Wasser-Glykol ist der Standard im Fahrzeugkreislauf, verlangt aber abgestimmte Inhibitoren und eine Materialpaarung ohne galvanisches Paar, sonst entsteht Korrosion an der ungünstigsten Stelle des Kreislaufs, nicht zwingend in unserer Platte. Öl ist unkritisch bei Korrosion, hat aber deutlich schlechteren Wärmeübergang, was mehr Fläche oder höhere Geschwindigkeit bedeutet. Dielektrische Medien erlauben direkten Kontakt zur Elektronik, sind dafür in Viskosität und Kosten anspruchsvoll. Nenn uns Medium, Mischungsverhältnis, Temperaturbereich und alle Werkstoffe im Kreislauf. Grenze: Für kundenseitig festgelegte Medien übernehmen wir die Auslegung, nicht die Freigabe der Kreislaufchemie.

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Wie leicht kann eine Kühlplatte werden?

Gewicht spart man nicht am Material der Platte, sondern an der Baugruppe: Wenn der Kühlkanal in ein tragendes Bauteil integriert wird, entfallen Adapterplatte, Verschraubungen und ein Übergangswiderstand. Am Ende steht ein Bauteil statt einer Baugruppe. Aluminium ist dabei der Regelfall, additive Fertigung erlaubt Geometrien, die gefräst oder gepresst nicht herstellbar sind, etwa Kanäle, die einer Struktur folgen statt einer Achse. Der Hebel liegt in der Konstruktion, nicht in der Wandstärke: Wände, die man unter Druckprüfung dünner macht, kosten am Ende mehr, als sie an Gramm bringen. Grenze: Additiv gefertigte Kühler sind im Stückpreis deutlich teurer als gepresste oder gefügte und lohnen bei hoher Leistungsdichte, engem Bauraum oder kleinen Stückzahlen, nicht als Standard.

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Wie wird die Dichtheit geprüft, und bekomme ich ein Protokoll?

Flüssigkeitsführende Kühler werden vor Auslieferung auf Dichtheit geprüft, in Serienprojekten zu 100 %; üblich sind Druckprüfungen nach Arbeitsplan, in anspruchsvollen Projekten Kriterien bis 40 bar über 30 Sekunden. Prüfmedium ist je nach Anforderung Luft oder Wasser, für höchste Anforderungen die Heliumleckprüfung mit definierter Leckrate. Das Prüfprotokoll liefern wir mit, auf Anforderung mit Bilddokumentation. Für deine Spezifikation brauchen wir Betriebsdruck, gewünschten Prüfdruck, Haltezeit und zulässige Leckrate. Die Angabe „dicht" allein ist nicht prüfbar, und ein zu hoch gewählter Prüfdruck schädigt Verschraubungen oder dünne Wände. Grenze: Dauerdruckwechsel- und Schwingprüfungen über viele Tausend Zyklen führen wir nicht selbst durch; wir beauftragen sie extern und weisen die Kosten separat aus.

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Welche Stückzahlen und Lieferzeiten sind möglich?

Muster in rund 6-8 Wochen Standardlieferzeit, per Express in 2-4 Wochen, je nach Produkt und Komplexität. Für die Serie fertigen wir hochautomatisiert in Deutschland; kostensensible Standardteile kommen aus unseren Joint Ventures in Asien. Wir liefern von einem Stück bis 100.000 pro Jahr und sichern die Versorgung über Rahmenverträge, Lagerhaltung und Last-Time-Buy. Was Termine in der Praxis verschiebt, ist selten die Fertigung, sondern die Klärung: offene Toleranzfragen, unvollständige Lastangaben oder nachträglich geforderte Prüfzeugnisse. Grenze: Verbindliche Termine nennen wir im Angebot bezogen auf den Bestelleingang.

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Grundlagen

Kühlung für Schiene, Straße und Ladetechnik: worauf es technisch ankommt

Antrieb, Batterie und Ladepunkt arbeiten in Zyklen, nicht im Dauerpunkt. Das verschiebt die Auslegung von der Spitzenleistung zum Lastprofil und macht Gewicht und Pumpenleistung zu thermischen Größen.

Auszug aus dem Cool How Report 2026

So legen wir eine Kühllösung aus

Jede Auslegung beginnt mit denselben Randbedingungen: Verlustleistung Pv, maximal zulässige Bauteiltemperatur, Umgebungs- bzw. Vorlauftemperatur und die verfügbare Kontaktfläche. Erst daraus ergibt sich, welche Kühlstrategie überhaupt in Frage kommt.

Warum das so genau sein muss: Ein Temperaturanstieg um nur 10 Kelvin kann die Lebensdauer elektronischer Komponenten halbieren.

Die vier Kenngrößen eines thermischen Systems

λ
Wärmeleitfähigkeit [W/m·K]
Beschreibt den Wärmetransport im Medium. Kupfer liegt bei rund 400 W/m·K, Aluminium bei 150–200 W/m·K.
λ = Q̇ · l / (A · ΔT)
α
Wärmeübergangskoeffizient [W/m²·K]
Beschreibt den Wärmefluss zwischen fester Oberfläche und Fluid, also zwischen Kühlkörper und Luft oder Kühlmedium.
α = Q̇ / (A · ΔT) = Nu · λF / L
Rth
Wärmewiderstand [K/W]
Gibt an, welche Temperaturdifferenz nötig ist, um 1 W zu übertragen. Herstellerangaben gelten nur für die angegebenen Prüfbedingungen.
Rth = ΔT / Q̇
k
Wärmedurchgangskoeffizient [W/m²·K]
Wie der α-Wert, jedoch für den Durchgang durch Festkörperschichten statt für den Übergang an ein Fluid.
k = 1 / (Rth · A)

In fünf Schritten zur passenden Kühllösung

1
Systemparameter erfassen
Verlustleistung Pv, maximal zulässige Bauteiltemperatur Tmax, Kontaktfläche A sowie Umgebungstemperatur T0 (Luft) oder Vorlauftemperatur Tv (Flüssigkeit).
2
Temperaturdifferenz berechnen
ΔT = Tmax − T0 beziehungsweise ΔT = Tmax − Tv.
3
Erforderlichen Wärmewiderstand bestimmen
Rth = ΔT / Pv, der Wert, den die Kühllösung unterschreiten muss.
4
Wärmedurchgangskoeffizient abschätzen
Ist die Kontaktfläche bekannt: k = 1 / (Rth · A). Das macht Luft- und Flüssigkeitslösungen vergleichbar.
5
Kühlstrategie festlegen
Aus k und Bauraum ergibt sich, ob natürliche Konvektion, Zwangskühlung oder eine Cold Plate erforderlich ist.
Rechenbeispiel: Kühlung eines IGBT
Gegeben: A = 0,03 m², T0 = 20 °C, Tmax = 70 °C, Pv = 2000 W.
ΔT = 50 K  →  Rth = 50 K / 2000 W = 0,025 K/W  →  k = 1333,3 W/m²·K
Ergebnis: Für diesen Fall ist eine Flüssigkeitskühlung (Cold Plate) erforderlich.

Was den Wärmewiderstand eines Luftkühlkörpers beeinflusst

Effektive Kühlfläche: Mehr Fläche senkt den Rth, aber nur bis zu einem Grenzwert, dem sich der Wert asymptotisch nähert.
Ausrichtung bei natürlicher Konvektion: Die Lage zur Schwerkraft bestimmt die Strömungsgeschwindigkeit. Je langsamer die Strömung, desto höher der Rth.
Strömungsgeschwindigkeit: Mit Lüftern steigt sie deutlich gegenüber freier Konvektion. Die Einbaulage wird dann zweitrangig.
Verlustleistung: Der Rth-Wert sinkt mit steigender Verlustleistung und nähert sich einem konstanten Wert.

Werkstoffe: Wärmeleitfähigkeit und Strömungsgrenzen

Die Werkstoffwahl entscheidet über thermische Performance und Lebensdauer. Wird die maximal empfohlene Strömungsgeschwindigkeit im Rohr überschritten, trägt das Medium die schützende Passivschicht mechanisch ab. Erosion und Leckage sind die Folge.

Werkstoff Wärmeleitfähigkeit bei 20 °C Max. Strömungsgeschw.
Kupfer / Kupferlegierungen 305–394 W/m·K 2,0 m/s
Aluminium / Al-Legierungen 125–210 W/m·K 1,8 m/s (Strukturen 1–2 m/s)
Kupfer-Nickel (CuNi) - 3,5 m/s
Edelstahl geringe Leitfähigkeit, sehr gute Korrosionsbeständigkeit 4,5 m/s
Graphit (parallel zur Schichtebene) bis 2000 W/m·K, technisch 140–160 W/m·K -
Sinterkeramik (BN, SiC) 100–200 W/m·K, elektrisch isolierend -

Diese Daten brauchen wir für deine Auslegung

Je vollständiger die Randbedingungen, desto schneller kommen wir von der ersten Abschätzung zur belastbaren CFD-Simulation. Diese Checkliste stammt aus dem Cool How Report und ist die Grundlage jedes Auslegungsgesprächs.

Flüssigkeitskühlkörper
Verlustleistung und deren Lage
Vorlauftemperatur und Daten des Kühlmediums
Verfügbarer Volumenstrom, gewünschter Druckverlust
Festkörperwerkstoffe und Materialkombinationen im Kreislauf
Max. zulässige Oberflächentemperatur
Übergangswiderstände der Bauteilanbindung
Wenn vorhanden: CAD-Modell
Luftkühlkörper
Verlustleistung und deren Lage
Thermische Anbindung (Datenblatt Paste oder Pad)
Umgebungstemperatur
Ausrichtung des Kühlkörpers im Raum
Ggf. Datenblatt des vorgesehenen Lüfters
Bauraum und Einbaumöglichkeiten
Zulässige Temperaturstreuung auf der Oberfläche

Auslegung auf den Fahrzyklus

Der Datenblattwert beschreibt einen Betriebspunkt, nicht den Betrieb. Thermisch kritisch ist selten die einzelne Volllast, sondern die Wiederholung: Wie oft kommt die Spitze, und wie weit kühlt das System zwischen zwei Spitzen ab.

Wir legen gegen das Lastprofil über der Zeit aus und rechnen die thermische Masse mit. Das erlaubt eine kleinere, leichtere Platte als eine Auslegung auf Dauervolllast, vorausgesetzt, das Profil liegt vor.

Homogenität im Batteriepack

Die Alterung eines Packs folgt der heißesten Zelle. Wenige Kelvin Spreizung über die Module verschieben Kapazität und Innenwiderstand messbar und damit die Restreichweite nach Jahren.

Deshalb rechnen wir die Temperaturspreizung über die Fläche mit, nicht nur den Mittelwert: parallele Strömungspfade mit gleichem Druckverlust statt einer langen Serpentine, in der das Medium bis zum Ausgang aufheizt.

Gewicht und Bauraum sind thermische Größen

Jedes Kilogramm Kühlkörper und jedes Watt Pumpenleistung geht von der Reichweite ab. Der Hebel liegt nicht in der Wandstärke, sondern in der Integration: Kanäle im tragenden Bauteil ersparen Adapterplatte, Verschraubungen und einen Übergangswiderstand.

Additive Fertigung erlaubt dabei Geometrien, die gefräst oder gepresst nicht herstellbar sind. Sinnvoll ist das bei hoher Leistungsdichte und engem Bauraum, nicht als Standard für die Großserie.

Vom Prototyp in die Serie

Der teuerste Fehler ist ein Prototyp, der thermisch funktioniert, aber nicht serienfähig ist. Deshalb prüfen wir Herstellbarkeit und Kosten parallel zur thermischen Auslegung, nicht danach.

Weil Entwicklung, Fertigung, Prüfung und Lieferung bei COOLTEC im selben Haus liegen, geht bei diesen Übergängen nichts verloren, vom ersten Lastfall bis zum Last-Time-Buy.

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